Sieben Experten Tipps: Einrahmung

TIPPS

Nicht jedes Kunstwerk braucht unbedingt einen Bilderrahmen. Es gibt aber viele gute Gründe, warum sich Bilderrahmen seit der Gotik bis zum heutigen Tag in der Kunstwelt gehalten haben. Mit einer schlechten Einrahmung kann man das beste Kunstwerk zerstören. Andersherum kann eine gute Einrahmung fast jedes Bild besser in Szene setzen.

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Suchen Sie einen Einrahmer,
keinen Künstler

Es bedarf sicherlich Kreativität und Vorstellungsvermögen - mal abgesehen von den handwerklichen Fähigkeiten - um ein guter Einrahmer zu sein. Ein guter Einrahmer nimmt sich jedoch zurück und versucht, allein das zu rahmende Bild zur Geltung zu bringen. Und wenn dies nur durch eine schlichte Naturholz- oder Aluminiumleiste gelingt, dann ist es Aufgabe des Einrahmers, den Kunden darauf hinzuweisen. Wird Ihnen der Einrahmer zu kreativ und haben Sie das Gefühl, dass er den Rahmen und nicht das Bild im Fokus hat, dann fragen Sie Google nach einer Alternative.

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Dem Rahmen gilt der zweite Blick

Eine gute Einrahmung lenkt den Blick. Sie sorgt dafür, dass das Kunstwerk sich von der Wand abhebt und eventuell auch Details, wie ein schöner Büttenpapierrand oder auch eine seitlich bemalte Leinwand, unterstrichen werden. Erstaunt über diese Beeinflussung darf der zweite Blick auch dem Rahmen, der guten handwerklichen Verarbeitung, geschlossenen Gehrungen und stimmigen Proportionen gelten, die den ersten Blick zu einem besonderen Erlebnis gemacht haben.

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Stil ist nicht nur das Ende des Besens

Lassen Sie sich Einrahmungsvarianten zeigen, die dem Stil, der Epoche des Kunstwerks entsprechen. Dies sorgt u. U. für ein besseres Verständnis des Kunstwerks an sich. So kann beispielsweis ein klassizistischer Rahmen mit Verzierungsformen aus dem Altertum stilbildende Merkmale des Kunstwerks aufgreifen und verstärken. Wenn diese Vorschläge nicht nach Ihrem Geschmack sind, erlauben sie immerhin einen >sicheren< Stilbruch. So hat schon Picasso mit Vorliebe seine hochmodernen Bilder in historischen Rahmen der Renaissance präsentiert.

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Schauen Sie auf die Dinge, die sie nicht sehen

Will man vielleicht aus ästhetischen Gründen weniger breite Bilderrahmen sehen, dann wird ein guter Einrahmer eine Konstruktion finden, die auf unsichtbare Art die Stabilität gewährleistet. Gewisse physikalische Gesetze kann ein Einrahmer zwar nicht aushebeln, aber unsichtbar in den Griff bekommen. Noch wichtiger sind allerdings die unsichtbaren Komponenten einer konservatorischen Einrahmung. Montagematerialien, wie Klebebänder, sollten reversibel sein. D.h. Sie bzw. der Einrahmer sollten in der Lage sein, ein Bild möglichst rückstandsfrei wieder ausrahmen zu können.

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Die Farbe des Sofas ist egal

Die Einrahmung muss zum Bild passen. Da ist es zunächst unerheblich, wo das Bild aufgehängt werden soll. Selbstverständlich kann bei der Art der Einrahmung auch auf den grundsätzlichden Stil in der Wohnung bzw. dem Büro geachtet werden. In der Regel aber bleibt die Einrahmung deutlich länger um ein Bild als das Sofa in der Wohnung. Es kommt nicht von ungefähr, dass neutrale Farben, wie Schwarz und Dunkelbraun, aber vor allem Gold- und Silbertöne seit fast 600 Jahren ständig für Bilderrahmen eingesetzt werden. Sie konkurrieren nicht mit den Farben eines Bildes, sondern sind in der Lage, dieses besonders wirken zu lassen.

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Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Es gibt nicht nur Fake News, sondern auch Fake Material. Nicht nur Blattgold und Blattsilber werden imitiert. Auch sämtliche Holzoberflächen gibt es als imitierendes Furnier. Hat man einmal einen Blick für das echte Material, stört man sich oft dauerhaft am Imitat. Außerdem sollte man sich fragen, ob bei furnierten Tropenhölzern der Preis, den die Umwelt zahlt, nicht zu hoch ist. Besonders glänzen oder besser spiegeln kann auch simples Glas. Entspiegeltes Glas erhöht nicht nur den Kunstgenuss, sondern ist oft auch mit einem besonderen UV-Schutz kombinierbar, der Farbveränderungen eines Bildes, die kaum zu restaurieren sind, bestmöglich verhindert.

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Nur was richtig hängt, macht lange Spaß

Die Meisten hängen Bilder zu hoch auf - verständlich, hängt man Bilder in der Regel doch stehend auf. In manchen Räumen betrachtet man sie jedoch eher aus einer sitzenden Position. Nichts ist ärgerlicher, als im Sitzen ständig nur auf die untere Kante eines Bildes zu schauen. Überlegen Sie also, ob Sie die Bilder vorwiegend sitzend oder stehend betrachten. Hier kann dann auch die richtige Aufhängung entscheidend sein. Die gute alte Drahtaufhängung hat den Vorteil, dass das Bild leicht gekippt von der Wand hängt, so dass man sitzend einen guten Blickwinkel auf das Motiv hat. Anders im Flur: Hier empfehlen wir eine Aufhängung, die das Bild sehr flach auf der Wand anliegen lässt.

Zuguterletzt noch ein Hinweis zum Preis und Wert einer Einrahmung

Der Preis kann ab und zu in einem ungewöhnlichen Verhältnis zum Preis eines Kunstwerks stehen. Aber den Wert der Einrahmung merken Sie oder Ihre Kinder oft erst nach Jahrzehnten.

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Friedrich Conzen ist Geschäftsführer der Werkladen Conzen Kunst Service GmbH, einem führender Dienstleister rund um die Kunst mit einem Schwerpunkt auf Einrahmungen.