Leon Löwentraut

KUNST FÜR EINE BESSERE WELT

SEINE RASANT BUNTEN BILDER BEGEISTERN KUNSTFREUNDE IN ALLER WELT. UND LEON LÖWENTRAUT STELLT SEINE POPULARITÄT IN DEN DIENST DER GUTEN SACHE: SEIT KURZEM BEKLEIDET DER ERST 20-JÄHRIGE AUSNAHMEKÜNSTLER DIE ROLLE EINES UNESCO-BOTSCHAFTERS.
Text von Daniel Janzen.
Leon Löwentraut
Reportage über Leon Löwentraut

Paris, Anfang April 2018: In der Zentrale der UNESCO am Place de Fontenoy ist ein blonder junger Mann aus Deutschland zu Gast.

Einmal mehr stehen Leon Löwentraut und seine Bilder im Mittelpunkt einer Veranstaltung. Und obwohl der ob seines Alters und seines überbordenden Talents oft als Wunderkind apostrophierte Maler im Lauf der letzten Jahre schon einiges an Ausstellungseröffnungen erlebt hat, ist dieser Termin am frühen Abend doch etwas ganz Besonderes für ihn. Insgesamt 17 Bilder enthüllt er hier und heute, allesamt Teil der Kampagne »Art for Global Goals«, die sich die Unterstützung der Entwicklungshilfe auf die Fahne geschrieben hat.


Bis ins Jahr 2030 sollen Löwentrauts Bilder der Visualisierung und Bekanntmachung der nachhaltigen Entwicklungsziele dienen, die sich die Weltgemeinschaft und die Vereinten Nationen gemeinsam gesetzt haben. »Es ist eine große Ehre und macht mich sehr stolz, dass ich mit meiner Malerei bei diesem Nachhaltigkeitsprojekt helfen darf«, sagt der 20-jährige Düsseldorfer, der mit diesem Engagement zum UNESCO-Botschafter avanciert.


DISZIPLIN UND FOKUS


Mit diesem Termin in Paris hat Leon Löwentraut seiner schon jetzt außergewöhnlichen Karriere einen weiteren bemerkenswerten Schritt hinzugefügt. In den nicht einmal fünf Jahren seit seiner ersten Solo-Ausstellung – damals im Alter von gerade einmal 15 Jahren – hat er in der Kunstszene für Furore gesorgt. London, Singapur, Basel, Miami, New York und jetzt auch Paris: Überall sorgen seine großflächigen, rasant bunten, lebensbejahenden Gemälde für Begeisterung und Begehrlichkeiten. Selten dauert es länger als eine halbe Stunde, bis diese mitreißenden Bilder schon während der Vernissage komplett ausverkauft sind – bei Preisen, die sich über die Jahre in den gehobenen fünfstelligen Bereich bewegt haben.


Bei allem Talent ist diese Entwicklung auch das Ergebnis einer ungeheuer disziplinierten und fokussierten Einstellung zu seinem Beruf. Löwentraut gibt sich nicht mit dem Status Quo zufrieden. Wann immer möglich, besucht er Ausstellungen in Museen oder Galerien, um sich in die dort gezeigte Kunst zu vertiefen. Die Erkenntnisse, die er dabei gewinnt, lässt er in sein eigenes Schaffen einfließen. Vornehmlich nachts entstehen dann mit mutigem Strich seine expressiv-abstrakten Großformate in wilden Sessions, die er meist erst für beendet erklärt, wenn das Bild fertig ist. Drängt die Kunst besonders wuchtig aus ihm heraus, kann es auch schon einmal vorkommen, dass Löwentraut gleich mit der Farbtube statt mit dem Pinsel malt.


KUNSTVERMITTLUNG VIA SOCIAL MEDIA


Dass die Öffentlichkeit von solchen Details weiß, liegt an der sehr transparenten Art, mit der Leon Löwentraut sein Leben und Wirken nach außen trägt. Gekonnt spielt er auf der Social-Media-Klaviatur, lässt jeden Interessierten dabei an seinen täglichen und nicht immer alltäglichen Erlebnissen teilhaben. Instagram, YouTube, Facebook: Löwentraut macht Kunst gerade bei seinen Altersgenossen auf eine bis dato kaum gesehene Weise zu einem Thema. Dazu kommen immer wieder Features in den klassischen Medien, in Zeitungen, Magazinen und im Fernsehen – zunehmend auch jenseits der Grenzen Deutschlands. Wer sich selbst derart prominent und offen präsentiert, liefert natürlich immer neuen Gesprächsstoff. Über kaum einen anderen hiesigen Künstler wird hierzu lande aktuell so viel gesprochen wie über Leon Löwentraut. Die Bandbreite der Meinungen reicht dabei von ungebremster Bewunderung bis hin zu teils harscher Kritik. Bei Vorwürfen, seine Bilder ließen persönliche Anteile vermissen, wird jedoch oft sein Alter außer Acht gelassen. Mit gerade einmal 20 Jahren im Gepäck werden die Erfahrungen und Brüche im Leben noch kommen, die sich bei anderen, weit älteren Kollegen in der Kunst widerspiegeln und ausdrücken. Ein wenig mehr Geduld mit Leon Löwentraut wäre angebracht. Dank seiner Einstellung wird er als Künstler täglich weiter wachsen. Und dank Social Media wird die interessierte Öffentlichkeit hautnah dabei sein.


Löwentraut selbst lässt sich derweil weder von Bewunderung noch von Kritik aus der Ruhe bringen. Ihm ist vor allem seine Kunst wichtig. Sein Interesse für sie lässt er durch nichts und niemanden ablenken. Unbeirrt, und für sein Alter erstaunlich abgeklärt und gelassen, folgt er weiter seinem Weg, der ihn als nächstes mit einer Ausstellung nach Palma de Mallorca führt. Seit Anfang Mai zeigt zudem Edelman Arts im Herzen von New York 15 explosive Löwentraut-Unikate.


VON DÜSSELDORF NACH DAKAR


Düsseldorf, Mitte April 2018: Im nordrhein-westfälischen Landtag ist ein blonder junger Mann zu Gast. Einmal mehr stehen Leon Löwentraut und seine Bilder im Mittelpunkt einer Veranstaltung. Hier und heute präsentiert er die Editionen zu seinen 17 »Global Goals«. Leon wird pro verkaufter, allesamt von Hand überarbeiteter Grafiken, jeweils 800 € spenden. Somit kommen nach und nach 680.000 € zusammen, die von Leon und seiner Galerie Geuer & Geuer Art aus Düsseldorf komplett an die UNESCO und die You-Stiftung gespendet werden. Es ist nicht zu leugnen: Das »Wunderkind« nimmt seine neue Rolle als UNESCO-Botschafter unheimlich ernst.